Advent, Advent …

Advent, Advent …

Noch bevor das erste Lichtlein brennt, nämlich kurz nach Totensonntag, dekoriere ich Jahr für Jahr die Wohnung.

Bevor ich mit meinem Freund zusammen und fort aus meiner Heimat zog, hatte ich gerade ein alljährliches Dekorationsritual mit meinem kleinen Bruder etabliert, der an einem Samstag vorbeikam, um mit mir gemeinsam einen Weihnachtsbaum für meinen Balkon zu kaufen und zu schmücken.

Jetzt wohne ich zu weit weg und unser Balkon ist zu klein für einen Baum. Deshalb hat ein kleines Kunstbäumchen vor zwei Jahren Einzug bei uns gehalten und tut seitdem zuverlässig seinen Dienst. Den entspannten Tag mit meinem Bruder vermisse ich trotzdem, wie so manch andere weihnachtliche Familientradition.

Vielleicht habe ich auch deshalb in den letzten zwei Jahren diese fehlenden Momente zu kompensieren versucht, indem ich mich vollends in der Weihnachtsdekoration unserer Wohnung verloren habe. Ich hatte eine Vision davon, wie jedes Fenster hell erleuchtet strahlen sollte und in jeder Ecke jeden Raumes festliche Dekoration ihren Platz fand. Weihnachten, wohin das Auge schaut. Das Highlight (im wahrsten Sinne) war vermutlich der Lichtervorhang im Wohnzimmer, der eine gesamte Wand einnahm.

Und auch wenn ich das Ergebnis meistens schön fand, war das Schmücken an sich durchaus manchmal Quell der Frustration.

Dieses Jahr aber ist das anders. Nach dem letzten Weihnachtsfest habe ich einen Großteil meiner Weihnachtsdekoration aussortiert, um Platz für Neues zu schaffen. Und dann habe ich vergessen, dass ich das getan habe. Letztes Wochenende öffnete ich also meine Weihnachtskiste und sie war fast leer. Seltsamerweise kam mir das sogar zugute, denn eigentlich hatte ich gar keine rechte Lust auf das Schmücken. Jetzt war zufällig gerade noch genügend Kram über, um ihn im Wohnzimmer auf der Fensterbank zu verteilen – und natürlich für das kleine Weihnachtsbäumchen.

Ich hielt das zwar nicht für möglich, aber mit dieser abgespeckten, unaufregenden Variante der Dekoration bin ich viel zufriedener als ich mit all dem Extravaganten die Jahre zuvor jemals war. Und es hat mich insgesamt weniger als zehn Minuten gekostet, alles zu arrangieren, wo ich sonst einige Stunden brauchte.

Weniger ist manchmal eben doch mehr. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen besinnlichen ersten Advent.

Epoxidharz-Abenteuer

Epoxidharz-Abenteuer

In Szene gesetzt und fotografiert von muphli

Über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten habe ich mich mehr oder minder intensiv mit dem Gießen von Würfeln aus Epoxidharz beschäftigt. Ein gestalterisches Hobby, das ich sehr genossen, schließlich aber doch wieder aufgegeben habe.

Alles begann, als ich über den Instagram-Account von Dice oven stolperte, der möglicherweise die schönsten Würfel macht, die mein unwürdiges Auge jemals erblicken durfte. Ich war mir zwar ziemlich sicher, dass ich so etwas nicht erschaffen könnte, aber trotzdem war ich sofort inspiriert. Ich folgte dann noch ein paar weiteren Accounts, auf denen Menschen ihre hübschen selbstgemachten Würfel zur Schau stellten – und eine Weile lang war das genug. Doch irgendwann überkam mich dieses Bedürfnis, das selber einmal auszuprobieren. Nun denn – gesagt, getan.

Die ersten Würfel kamen aus ein paar billigen Silikonformen, die ich auf Amazon ergattert hatte. Und für den allerersten Versuch sahen sie auch gar nicht mal übel aus!

Sie alle hatten fehlende Kanten oder Luftlochkrater und außerdem Millionen kleine Luftbläschen, aber trotzdem – es hatte funktioniert.

Nach ein paar weiteren Farbexperimenten und der Feststellung, dass ich immer fehlerhafte Würfel herausbekam, machte ich mich schließlich daran, meine eigenen Würfelformen herzustellen.

Ich habe es mit zwei verschiedenen Versionen probiert, einmal ohne und einmal mit Deckel. Die Ergebnisse waren im Großen und Ganzen in Ordnung, aber grundsätzlich muss ich wohl sagen, dass mir ein wenig das Fingerspitzengefühl für manch filigrane Arbeiten fehlt. Nichts Neues hier.

Das Problem mit den Luftlöchern (sodass am Ende den fertigen Würfeln oftmals kleine oder große Teile fehlten) war die eine Sache, aber (hallo Fingerspitzengefühl!) die rauen Kanten eine ganz andere. Ich musste nämlich meist irgendwie überstehendes Harz abschleifen und stellte mich dabei insgesamt wohl nicht ganz so geschickt an, sodass ich bis zum Schluss keinen einzigen Würfel hergestellt hatte, mit dem ich wirklich zufrieden war.

Aber vielleicht war das auch eher ein Problem mit meinem Anspruch an mich selbst.

Die letzten Würfel, die ich herstellte, waren zugleich auch die einzigen, die ich jemals fertigstellte – also mit Schleifen und Anmalen. Sie waren auch nicht perfekt und ich habe mehr als den einen Anlauf gebraucht. Aber ich bin dennoch stolz auf das Ergebnis. Sie waren ein Geburtstagsgeschenk für meine Schwägerin.

Ich glaube, wenn ich noch etwas mehr Geduld und das ein oder andere Hilfsmittel gehabt hätte (Vakuumkammer und Drucktopf, aber das wären schon recht kostspielige Anschaffungen gewesen) dann hätten die Ergebnisse noch viel besser ausfallen können. Und wenn ich gelernt hätte, wie man vernünftig schleift. Aber am Ende kam es dann anders.

Warum ich aufgehört habe? Nun, zum einen ist es ein nicht ganz günstiges Hobby (Epoxidharz, Silikon, diverse Materialien), zum anderen ist es in mehrerlei Hinsicht nicht besonders gesund für mich oder die Umwelt.

Epoxidharz ist in flüssiger Form giftig, denn es entstehen Dämpfe, die besser nicht eingeatmet werden sollten. Kein Problem, habe ich eben eine Atemschutzmaske verwendet und gut gelüftet. Und außerdem Handschuhe getragen, denn flüssiges Harz kann allergische Reaktionen auslösen.

Aber auch die Entsorgung von Epoxidharz(-resten) ist etwas, womit mensch sich befassen muss – und bei den schieren Unmengen an Instagram-Accounts, denen ich so folgte, bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, wie viele sich gerade über diesen Punkt (ausreichend) Gedanken gemacht haben (ich hoffe natürlich alle, aber… naja).

Epoxidharz ist nämlich ein Problemstoff. Weder in flüssiger noch in fester Form darf es über den Hausmüll oder die Kanalisation entsorgt werden – auch nicht in kleinen Mengen. Das heißt, Reste und „kontaminierte“ Hilfsmittel müssen über den Wertstoffhof entsorgt werden. Was die dann damit machen? Keine Ahnung. Aber will ich wirklich mit Dingen herum hantieren, die umweltschädlich sind? Nur um ein paar hübsche Würfel herzustellen? Das erschien mir irgendwann einfach nicht mehr verhältnismäßig.

Und deshalb habe ich dieses Hobby dann auch wieder an den Nagel gehängt.

Es gibt mittlerweile Bestrebungen, Kunstharze aus natürlichen Stoffen herzustellen, aber viel konnte ich dazu nicht finden, und ob die Entsorgung am Ende unproblematischer und umweltfreundlicher ist, kann ich auch nicht sagen. Vielleicht gibt es eines Tages wirklich gute Alternativen. Bis dahin begnüge ich mich einfach damit, meine wenigen hergestellten Würfelvarianten anzuschauen und mich über mein kurzes aber spannendes Epoxidharz-Abenteuer zu freuen.

Kona – stimmungsvolles Mystery-Adventure für zwischendurch

Kona – stimmungsvolles Mystery-Adventure für zwischendurch

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Heute ist es mal wieder Zeit für einen weiteren Videospielartikel. Diesmal geht es um Kona, das Erstlingswerk des kanadischen Entwicklerstudios Parabole aus dem Jahr 2017.

Kona- stimmungsvolles Mystery-Adventure für zwischendurch

Kona ist ein Mystery-Adventure mit Survival-Elementen, das den Spieler in eine abgelegene Region Kanadas in den 1970ern entführt, wo es einen Mord und das mysteriöse Verschwinden der übrigen Bewohner zu enträtseln gilt. Kurzweilig und mit mildem Gruselfaktor und großartiger Atmosphäre ist es ein Spiel, das ich jedem Mysteryfan nur ans Herz legen kann… weiterlesen

Ausgekramt: Gorillas

Ausgekramt: Gorillas

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Eigentlich ist mein neuester Artikel auf Videospielgeschichten.de bereits vergangenes Wochenende erschienen. Aber ich habe es bis heute verpennt, ihn hier zu verlinken. Ups.

Ausgekramt: Gorillas

Lange bevor ich mir Gefechte mit bis an die Zähne bewaffneten wirbellosen Tieren in “Worms” lieferte, gab es mit “Gorillas” ein Spiel, in dem sich zwei Affen über der Skyline einer bunten Stadt mit explodierenden Bananen bewarfen. Das ist genauso bescheuert, wie es klingt. Aber auch erstaunlich unterhaltsam... weiterlesen

Herbstanfang

Herbstanfang

Ich bin kein übermäßig großer Fan des Sommers. So, nun ist es raus.

Meine liebste Jahreszeit ist der Frühling, dicht gefolgt vom Herbst, der jetzt langsam aus der Versenkung gekrochen kommt.

Bald färben sich wieder die Blätter an den Bäumen in den schönsten Farben und die Sonne lässt alles vor allem in den Abendstunden in einem wundervollen güldenen Glanz erstrahlen.

Ich kann mich wieder in Pullis und Wolldecken kuscheln und an heißer Schokolade nippen.

Ach, ich freue mich auf den Herbst. Gefühlsmäßig habe ich heute schon einmal einen kleinen Schritt in die Richtung gewagt, denn es gab die erste Kürbiscremesuppe des Jahres. Super leicht und super lecker.

Gemüse schneiden ist für mich manchmal fast ein wenig wie Meditation. Zumindest, wenn ich es nicht eilig habe, das Essen auf den Tisch zu bringen. Es gibt mir ein Gefühl der Entschleunigung. Ich kann mich ganz auf diese eine einfache Aufgabe konzentrieren und dabei entspannen.

Dass diese kleine Achtsamkeitsübung dann auch noch ein schmackhaftes Essen als zusätzliches Ergebnis liefert, ist ein sehr angenehmer Nebeneffekt.